Kleinstunternehmen: Erleichterungen im Hinblick auf ihre Bilanzierungs- und Offenlegungspflichten

Auf Basis der EU-Micro-Richtlinie 2012/6 gewährt der deutsche Gesetzgeber Kleinstunternehmen Erleichterungen im Hinblick auf ihre Bilanzierungs- und Offenlegungspflichten. Kleinstunternehmen wird insbesondere erlaubt, ihren Jahresabschluss zu verkürzen.
Die Definition der Kleinstkapitalgesellschaften erfolgt in § 267 a HGB. Eine Kapitalgesellschaft (oder eine Personenhandelsgesellschaft i. S. d. § 264 a HGB)
gilt als Kleinstkapitalgesellschaft, wenn zwei der drei folgenden Merkmale an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen nicht überschritten werden:

Kleinsunternehmen Bürgel

 

Auf Grundlage der EU-Richtlinie 2012/6 brauchen Kleinstunternehmen nur eine verkürzte Bilanz aufzustellen und müssen ihren Jahresabschluss nicht um einen Anhang erweitern (§ 264 Abs. 1 S. 5 HGB), wenn bestimmte Angaben unter der Bilanz ausgewiesen werden (u. a. Angaben zu Haftungsverhältnissen).
Gemäß § 266 Abs. 1 Satz 4 HGB kann die Bilanz von Kleinstunternehmen auf die nachfolgenden mit Buchstaben bezeichneten Positionen beschränkt werden:

 

Kleinstunternehmen Microbilanzen

 

Kleinstkapitalgesellschaften können wählen, ob sie die Offenlegungspflicht durch Veröffentlichung oder durch Hinterlegung der Bilanz beim Betreiber des Bundesanzeigers erfüllen. Dazu muss das Unternehmen die Bilanz in elektronischer Form zur dauerhaften Hinterlegung beim Betreiber des Bundesanzeigers einreichen und einen Hinterlegungsauftrag erteilen. Gleichzeitig wird der Zugriff Dritter auf die hinterlegten Bilanzen dahingehend beschränkt, dass zwar unverändert jedermann kostenpflichtig eine Kopie der Bilanz erhält, jedoch nur noch auf Antrag beim Unternehmensregister.

 

In welchem Umfang Kleinstkapitalgesellschaften von der Hinterlegungsoption Gebrauch machen werden, lässt sich nicht vorhersagen. Dennoch wird ein Verlust an Transparenz die Folge sein. Bislang konnten sich Gläubiger anhand der Jahresabschlüsse der letzten Jahre als Teil unserer Auskünfte über die Solvenz des potenziellen Vertragspartners informieren. Insbesondere für kleine Unternehmen, über die wenige Informationen verfügbar sind, war eine gute Bilanz bisher eine wichtige Außendarstellung. Die Änderungen nach MicroBilG betreffen alle Produkte von Bürgel, die Bilanzen ausweisen (Firmenvollauskunft, Firmenvollauskunft GwG, Assekuranz- und Kreditauskunft).

Herausgeber:  Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG, Gasstraße 18, 22761 Hamburg, presse@buergel.de, www.buergel.de

Impressum

CRIF Bürgel GmbH
– Niederlassung Zentrale –
Leopoldstraße 244
80807
München
Fax:  040 89803-777/778
X