Schuldenbarometer 1. Hj 2007

Hamburg - Die Deutschen verschulden sich weiterhin auf hohem Niveau. Zu diesem Ergebnis kommt die Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG in ihrer neuesten Studie über die Zahlungsmoral der deutschen Verbraucher. 
Das Bürgel „Schulden-Barometer“ erfasst die Haushalte bzw. Privatpersonen, die ihre Vermögensverhältnisse zum Zweck der Zwangsvollstreckung im Wege einer Haftanordnungen oder einer Eidesstattlichen Versicherungen offen legen mussten. Da diese gerichtlichen Zwangsmaßnahmen auch als Vorboten einer herannahenden Privatinsolvenz gesehen werden können, dienen sie als Indiz und bilden einen seismographischen Schuldentrend ab. So wird die Studie, die seit 1998 zweimal im Jahr durchgeführt und veröffentlicht wird, zu einem Frühindikator für die Zahlungsmoral in Deutschland und für das Risiko von Forderungsausfällen für Unternehmen.

Konsum auf Raten
Trotz sinkender Arbeitslosigkeit und einer boomenden Konjunktur, bleibt der Schuldenstand der Deutschen nahezu unverändert. Neben dem Leasen von Autos, sind selbst Reisen oder Möbel auf Raten keine Seltenheit mehr. Das Zücken der EC-Karte, die Kreditkarte mit Ratenzahlungsoption und die daraus resultierende fehlende Übersicht über die eigenen Vermögensverhältnisse tun ihr Übriges. Wenn dann auch noch unerwartet der Arbeitsplatz verloren geht, ist die typische Schuldenspirale perfekt. So mancher Konsument gerät in einen Abwärtssog und muss letzten Endes private Insolvenz anmelden.

Leidtragende sind die Gläubiger
Im ersten Halbjahr 2007 mussten Gläubiger fast 792.000 Mal die Justiz einschalten, um an ihr Geld zu kommen. Dabei wurden rund 505.000 Eidesstattliche Versicherungen (früher Offenbarungseid) erlassen. Das ist eine Verringerung um ein Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Haftanordnungen, mit denen Schuldner zur Offenlegung ihrer Vermögensverhältnisse vor Gericht gezwungen werden sollen, ist um 0,3 Prozent auf über 287.000 gesunken. Während die Studien der Jahre 2005 und 2006 einen deutlichen Aufwärtstrend hinsichtlich der deutschen Zahlungsmoral jeweils gegenüber dem Vorjahr erkennen ließen (minus 2,5 beziehungsweise 3,5 Prozent), verlangsamte sich dieser Rückgang im Jahr 2007. Für das erste Halbjahr 2007 konnte lediglich eine Veränderung um minus 0,8 Prozent nachgewiesen werden. Während Bürgel noch in den ersten sechs Monaten 2006 in dreizehn Bundesländern sinkende Zahlen ermittelte, konnte dies im ersten Halbjahr dieses Jahres nur noch in acht Bundesländern festgestellt werden. In den weiteren acht Bundesländern stieg die Zahl der gerichtlichen Maßnahmen gegen Schuldner wieder an. Die Gläubiger der offenen Forderungen bzw. der notleidenden Kredite sind vor allem kreditgebende Unternehmen, vom Versender bis hin zum Handwerksbetrieb, aber auch Banken und Leasingunternehmen.

Risiko Großstadt
Hinzu kommt die erhöhte Gefahr der Verschuldung in der Großstadt. Der Konsumreiz, die höheren Preise und das schnelle Leben in der Stadt führen nicht selten zu erheblichen Zahlungsschwierigkeiten. In München wurden deswegen im ersten Halbjahr mehr als 13.000 Eidesstattliche Versicherungen und Haftanordnungen erlassen und damit 14,1 Prozent aller gerichtlichen Zwangsmaßnahmen in Bayern. Dagegen leben Konsumenten in Mainz weitaus weniger riskant. Nur 3,1 Prozent (ca. 1.400) aller Eidesstattlichen Versicherungen und Haftanordnungen in Rheinland-Pfalz wurden hier bearbeitet. Und auch in Düsseldorf mussten die Gerichte nur 3,7 Prozent (ca. 7.400) aller gerichtlichen Maßnahmen in Nordrhein-Westfalen bearbeiten.

Herausgeber:  Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG, Gasstraße 18, 22761 Hamburg, presse@buergel.de, www.buergel.de

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